Eisenbahnmuseum Shildon
 
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Locomotion Shildon

Das Eisenbahnmuseum in Shildon , Co.Durham in Nordostengland, hat Ende 2004 neu eröffnet und ist eine Zweigstelle des Nationalen Eisenbahnmuseums in York. Dort wurde langsam der Platz zu eng, obwohl es sich um das größte Bahnmuseum der Welt handelt. Der genaue Name heißt "Locomotion The National Railway Museum At Shildon".

Das Museum befindet sich in einer total neu erbauten Halle direkt an der Strecke Stockton - Darlington.

Dies war die Strecke, für die 1825 das berühmte Rennen von Rainhill ausgeschrieben wurde, aus der die "Rocket" als Sieger hervor ging. Shildon ist außerdem der Geburtsort von Timothy Hackworth, einen neben Georg Stephenson nicht minder begabten Lokomotivbauer. Hackworth baute die Lokomotive "Sans Pareil", die auch an dem Rennen teilnahm. Sie steht nun im Zustand von 1837 in einem kleinen Museum unweit seines Geburtshauses.

Die Halle ist sehr modern, hell und großzügig. Im Gegensatz zu den meisten Museen ist viel Platz zum fotografieren und das Licht ist hervorragend. Die meisten Ausstellungstücke wechseln ständig, da die Lokomotiven der Nationalen Collection überwiegend betriebsbereit und somit an verschiedenen Orten im Einsatz sind. Die Bilder zeigen den Zustand von Anfang 2005.

Leider habe ich bei meinem Besuch mir keine Notizen gemacht und auch keinen Katalog gekauft, so daß ich nur wenige Angaben zu den Loks machen kann. Damals dachte ich noch nicht, daß ich jemals diese Infos für eine Website brauche. Einige Bilder sind jedoch ganz nett gelungen, und die will ich der Öffentlichkeit nicht vorenthalten.

Auf dem oberen Bild ist eine 2 B der Northern Railway zu sehen. Diese Achsfolge ist auf den britischen Inseln typisch für Personenzugloks in der Zeit von etwa 1880 bis 1910. Aufgrund der großen Treibräder konnten mit diesen Loks Geschwindigkeiten bis 140 km/h erreicht werden.

Der Vorläufer der 2 B Loks waren die "Single Driver". Durch den riesigen Treibraddurchmesser von fast drei Meter erreicht man bei relativ wenigen Radumdrehungen eine hohe Geschwindigkeit. Die Laufruhe dieser Loks war hervorragend, da nur wenig bewegte Teile waren, die zudem sehr nah am Massenschwerpunkt lagen. Nachteilig war die geringe Reibungslast von nur einer Achse, die schnell zum Durchdrehen neigte. Das Foto zeigt eine Lok der Midland Railway etwa um 1875. Auffallend sind der große Messing-Dampfdom, die glänzende schwarze Lackierung und die goldenen Zierlinien. Wie alle Loks in Shildon ist auch diese auf Hochglanz poliert.

Ein sehr schöner Anblick sind immer die Teakholzwagender LNER (London & North Eastern Railway) aus den dreißiger Jahren des vorangegangenen Jahrhundert. Gegenüber Stahlwagen waren sie leichter, Teakholz gab es ausreichend und billig in den britischen Kolonien. Bei entsprechender Pflege ist Teak unverwüstlich. Die Severn Valley Railway besitzt einen ganzen Zug in Teak, eine Fahrt damit ist ein besonderes Erlebnis. Die klassische Zuglok für diesen Typ Wagen in die Lok der Klasse A4 z.B. die "Mallard" in hellblauer Lackierung.

Teakholzwagen gibt es seit kurzem von der Firma Hornby als hervorragendes 00-Modell. Die Katalogbilder geben das beeindruckende Aussehen nicht vollständig wieder, wenn man sie in der Hand hält, schauen sie viel besser aus. Auf jeden Fall eine Empfehlung für denjenigen, der eine Anlage mit einer zweigleisigen Hauptstrecke sein eigen nennt.

   
     
 

Eine etwas neuere Lok ist diese Lok der Reihe 68xx, hier in der Lackierung der British Railways in der Zeit von etwa 1956 bis zum Ende der Dampfzeit im Jahre 1968. Der auffälligste Unterschied zu kontinentalen Loks ist das Innentriebwerk, daher ist außen nur die Kuppelstange zu sehen. Loks mit Innentriebwerk wurden bis in die fünfziger Jahre gebaut. Die Vorteile dieser Bauart sind ein tiefer Masseschwerpunkt, sehr kurze Dampfwege vom Kessel zu den Zylindern und dadurch geringe Kondensationsverluste. Der Nachteil ist natürlich die Zugänglichkeit.

Der Aufbau auf dem Kessel ist der sogenannte Satteltank für das Kesselspeisewasser. Dadurch, daß er ein Teil der Kesselverkleidung ist, wird das Wasser gleichzeitig mit vorgewärmt. Entgegen zu deutschen Loks sitzen die Sandkästen nicht auf dem Kessel, sondern direkt am Umlauf vor den Rädern. Zum Sand nachfüllen braucht also niemand auf die Lok zu klettern, das hat auch was für sich. Das rote senkrecht stehende Rohr an der vorderen Pufferbohle ist der Anschluß für die Vakuumbremse.

   
     
 

Die moderne Traktion ist in Form des Prototyps der berühmten "Deltic" Klasse vertreten. Der Dieselmotor dieser Baureihe verfügt über drei Kurbelwellen, die im Dreieck, also deltaförmig, angeordnet sind. Das erzeugt einen infernalischen Sound, für den die "Deltic" gehaßt oder geliebt wurde, je nach persönlichen Geschmack. British Railways ordnete die Deltics in die Class 55 ein. Spätere Baureihen wurden aber dann jedoch wieder mit mit "normalen" Motoren gebaut.

Zum Abschluß noch zwei Bilder von bemerkenswerten Wagen.

   
     
 

Das erste ist ein sogenannter "Coach" der Stockton-Darlington Eisenbahn, der im Jahr 1825 beim Rennen von Rainhill von der "Rocket" gezogen wurde. es handelt sich dabei nicht um einen späteren Nachbau, sondern um das Originalfahrzeug, was nun schon stolze 181 Jahre auf den Rädern hat und noch absolut taufrisch aussieht. In Shildon steht auch noch ein betriebsfähiger Nachbau der Lok "Sans Pareil" von Timothy Hackworth. Das Bild dazu findet ihr auf meiner Website "Eisenbahn in England".

Zum zweiten ein Foto eines hölzernen Kohlenwagen aus der Anfangszeit der Eisenbahn. Er ist etwa 200 Jahre alt, die einzigen Eisenteile sind die Achsen und die Beschläge. Solche Wagen wurden auf den "Waggonways" größtenteils von Pferden gezogen, siehe dazu auch den Bericht von der "Tanfield Railway".

   
     
 

Das Museum in Shildon liegt etwa 40 Kilometer südlich des Flughafens von Newcastle, der auch von diversen Billigfliegern angeflogen wird. Nach Shildon entweder mit einem Mietwagen oder ganz standesgemäß mit der Eisenbahn. Im Ort dann immer den Schildern "Locomotion" folgen. Geöffnet ist täglich, außer von Oktober bis März, da ist Montag/Dienstag zu. Die Öffnungszeit bitte vor dem Besuch prüfen, da das Jahr über auch verschiedene Events stattfinden.Der Eintritt ist, da es sich um ein Nationalmuseum handelt, selbstverständlich frei.

Genaue Infos wie immer auf der Website www.sedgefield.gov.uk/locomotion