Intermodellbau 2006 in Dortmund
Blick auf "Blackmoor Vale"  
-englische Eisenbahn im Modell-  
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Im April 2006 hatte mein Layout den ersten großen öffentlichen Auftritt bei der "Intermodellbau" in Dortmund. An dieser Stelle daher einige Impressionen von dieser Veranstaltung mit Erläuterungen zu den neu hinzu gekommenen Fahrzeugen und zu verschiedenen Details der Anlage.

 

 

Es ist viel Betrieb im Bahnhof "Blackmore Vale". Links ein Nahgüterzug, gezogen von einer "Collett Goods" Lok der Great Western Railway. Im Vordergrund die Lok Nr. 1436 (Hornby) der British Railways mit zwei "Autocoach". Dieses sind Personenwagen, die mit Fenstern und Führerstand an der Stirnseite versehen sind. Damit konnte im Wendezugbetrieb gefahren werden. Der Heizer war auf der Lok, und über Gestänge steuerte der Lokführer vom Autocoach aus den Zug.

 

 

An der Verladerampe steht ein "Railbus". In den dreissiger Jahren setzte man einfach Buskarossen auf zweiachsige Fahrgestelle, um einen kostengünstigen Nebenbahnbetrieb zu ermöglichen. Nach ihrem ersten Hersteller hießen sie "Colonel Stephens Railbus". Vielleicht wäre das auch wieder eine Lösung für heute, um so manch kleine Nebenbahn in  Deutschland am Leben zu erhalten ?

Das Modell ist ein Eigenbau und stammt von einem Kollegen der Modellbahnfreunde Coburg. Er hatte es mir leihweise für die Dauer der Ausstellung überlassen.

 

  Ein Blick auf den Bahnsteig. Die Figuren sind von der Firma Langley. Es gibt im Sortiment dieser Firma Hunderte Figuren in den verschiedenen Zeitepochen. Diese hier sind 50er Jahre, damals trugen die Männer noch Hut und die Frauen Röcke und dicke wollene Strümpfe. Auch bei anderen Details habe ich versucht, die Zeit zu treffen. Man sieht Fahrplan, Reklameschild, Feuerlöschkasten und links hinten Telefonzelle und Briefkasten. Eine weitere Ansicht der selben Szene aus einem anderen Winkel ist im Bild 6 zu sehen.

 

  Ein Blick auf die Viehrampe. Vorn rechts zwischen den Schienen das braune Teil ist derelektromagnetische Entkuppler, den ich nachträglich noch eingebaut habe. Es war sehr unpraktisch, wenn man hinter der Anlage stand, extra nach vorn zu laufen und mit dem Rücken zum Zuschauer den Viehwagen abzukuppeln. Das geht nun ferngesteuert. Der Entkuppler ist ein  Produkt der Fa. Gaugemaster, er funktioniert ähnlich wie die bekannten Repa-Entkuppler. Gaugemaster stellt auch Fahrtrafos, die bekannten SEEP-Weichenantriebe und die eigene Variante eines Digitalsystem ("Prodigy Advance") im DCC-Format her.

 

  Ein Blick auf den Hinterhof des rechten Bauernhauses. Die Garage ist von Hornby, ein Resin-Gebäude aus dem Skaledale-Sortiment. Der Vorteil dieser Gebäude ist, daß man sie eigentlich so wie sie aus der Schachtel kommen auf die Anlage stellen kann, da sie schon fix und fertig bemalt und gealtert sind. Ich habe die Szenerie noch ein wenig mit "Farmyard Yunk" (von Wills) bereichert. Wobei, es sieht immer noch zu ordentlich aus...

 

  Eine Lok der Baureihe Q1 fährt mit einem Kesselwagenzug ein. es handelt sich um eine "Kriegslok", die ab 1941 gebaut wurde. Alles, was nicht unbedingt funktionell notwendig war, wurde aus Gründen der Materialeinsparung weggelassen, so das z.B das Umlaufblech und die Laufachsen. Diese Lok fällt durch ihr ungewöhnliches Aussehen auf. Zu ihrer Entstehungszeit wurde sie als außergewöhnlich häßlich bezeichnet. Der Konstrukteur war Oliver Bulleid, ein begnadeter Techniker mit einem höchst eigenwilligen Charakter und etwas anderem Verständnis von Design. Er hat auch die Stromlinienloks der West Country Klasse (Nr 21C123 Blackmoor Vale) entworfen. Mir persönlich gefällt dieses bullige Aussehen sehr gut, und jeder mag sich seine eigene Meinung über die Q1 bilden.

 

  Der Kesselwagenzug ist weitergefahren und steht nun unter der Fußgängerbrücke. Aus diesem Winkel ist das gealterte und farblich nachbehandelte Gleisbett gut zu erkennen. Es war zwar eine Heidenarbeit, und ich hatte auch hinterher ein paar Kontaktprobleme an den Weichen, weil ich ein wenig mit zuviel Farbe herum gekleckst habe. Aber das Endresultat überzeugt, wozu auch das sehr niedrige Schienenprofil (Peco Code 75, nur 1,9mm hoch !) beiträgt.

 

  Diesen Blick bekommt man eigentlich nie zu sehen, weil es genau entgegengesetzt der normalen Ansichtsrichtung ist. In einer ruhigen Minute am Ende  des Austellungstages hat ein Kollege die Hintergrundkulisse vor die Anlage gehalten, ich hab abgedrückt und heraus kam diese Nachtstimmung. Die Gaslaterne leuchtet normalerweise nicht, die Lichtpunkte sind "digital" entstanden. Die Wartehalle im Pagoda-Stil entstammt einen Bausatz der Firma Wills und wurde kräftig gealtert.

 

Damplok der Reihe 45xx, ehemals Great Western Railway, rangiert am Bahnsteig. Diese Loks mit der Achsfolge 2-6-2 waren die Arbeitstiere im täglichen Personenzugdienst. Sie hat die Beschriftung der British Railways mit dem zweiten Wappen. Das erste nannte sich "cat on the wheel" (Katze auf dem Rad), kam nicht so gut an und verschwand deshalb ab 1956 wieder. British Railways hat bei den Western-Loks die grüne Lackierung von der GWR übernommen und noch rot-schwarze Zierlinien zugefügt, ein sehr schöner Effekt.

Das Modell ist von Bachmann, Art-Nr 32-125A, hat ausgezeichnete Laufeigenschaften, Federpuffer, Metall-Griffstangen, Normschacht und Führerstandsinneneinrichtung. Was will man mehr? Der einzige Mangel ist für denjenigen, der darauf Wert legt, die fehlende Digitalschnittstelle, aber dafür ist der Preis umso erfreulicher: über Internet von Totally Trains inklusive Versand für 65 Euro gekauft.

Diesen Versandhändler gibt es inzwischen nicht mehr, aber immer noch bleibt der Bezug über das Internet eine sehr gute und meistens die einzige Möglichkeit, um an die Modelle heran zu kommen.

     
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