Keighley&Worth Railway
 
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Keighley & Worth Railway
Eine Reise in das Jahr 1905

Die Keighley & Worth Railway befindet sich etwa 30 Kilometer nordwestlich von Leeds.

Sie zweigt von der Hauptbahn von Skipton nach Leeds/Bradford ab. Die Linie liegt in einem romantischen Seitental des sogenannten Brontë-Country, bekannt aus der englischen Geschichte durch die Familie von Charlotte, Emily und Anne Brontë.

Die etwa 8 km lange Strecke wurde von den örtlichen Industriellen ins Leben gerufen und diente hauptsächlich der Textilindustrie in diesem Tal.

1962 wurde sie wie viele andere in dieser Zeit stillgelegt, aber nur kurz darauf beschlossen Enthusiasten, die typische Atmosphäre einer Nebenbahn der 50er und 60er Jahre zu erhalten. Besonderer Wert wurde auf die originalgetreue Ausstattung der Bahnhöfe gelegt. Auch die direkte Anbindung an die Hauptbahnstrecke ist nicht so häufig zu sehen. So fährt die Bahn nun schon seit über 30 Jahren.

Die Keighley & Worth Railway befindet sich in einer für Eisenbahnfreunde sehr interessanten Gegend. Vom Ausgangspunkt Leeds aus ist es nur eine halbe Stunde mit dem Zug nach York, der Heimat des National Railway Museums, dem größten Eisenbahnmuseum der Welt.

In Leeds selbst fährt die Middleton Railway mit einer reichen Sammlung von Hunslet-Industrielokomotiven. Etwa 30 km nördlich von Leeds befindet sich die Embsay & Bolton Abbey Railway. Nach Settle ist auch nicht weit, dem Ausgangspunkt der berühmten Settle-Carlisle-Linie.

Und schließlich befindet sich in Richtung Nordosten, zirka 80 Kilometer von Leeds die mit über 300.000 jährlichen Besuchern größte und eine der faszinierendsten englischen Museumsbahnen, die North Yorkshire Moors Railway, siehe dazu sepraten Bericht unter North Yorkshire Moors Railway .

 
 

Triebwagen im Bahnhof Keighley

 
 

Gefahren wird hauptsächlich mit Dampfloks, aber auch ein Dieseltriebwagen wie im obigen Bild hat seine Reize. Der Vorteil ist, daß man durch die Fenster in Richtung Fahrer einen hervorragenden Blick auf die Strecke hat. Im Vergleich zu anderen Bahnen sind bei der KWVR, so heißt es abgekürzt, alle Bahnhöfe noch im Urzustand erhalten, ja man ist auch noch einen Schritt weiter gegangen.

Der Bahnhof Oxenhope wurde komplett in den Zustand von 1905 zurück versetzt. Das führt dazu, daß in diesem Bahnhof keine einzige elektrische Leitung liegt, die Beleuchtung fuktioniert mit Gas, geheizt wird mit offenen Kaminen, und die Signale werden sowieso mit der Hand gestellt.

 
 

Bahnhof Oxenhope

 
 

Wie bei den allermeisten englischen Museumsbahnen ist alles mit viel Liebe zum Detail ausgestaltet, mit vielen Original-Gegenständen aus der Zeit, wie Milchkannen , Koffer usw.

Zu beachten ist auch die einheitliche Farbgebung. Jede Bahngesellschaft hatte ihre eigene Farbkombination, bei der ehemaligen Midland Railway war es ein weinrot-elfenbein.

Der Fahrbetrieb das ganze Jahr über statt. Gefahren wird jeden Sonnabend und Sonntag, sowie im Juli/August und in den sonstigen Schulferien täglich. Dazu kommen noch verschiedene Sonder-Veranstaltungen wie Steam-Galas, Diesel-Weekends, `Thomas The Tank`-Days und die obligatorischen Weihnachtsfahrten, die einen sehr großen Anklang bei der Bevölkerung finden.

 
 

Schalterraum in Oxenhope

 
 

Das Telefon in echt in Betrieb, die Registrierkasse geht mit Handkurbel. Der Stationsvorsteher ist zugleich Heizer und Gaslaternenanzünder.

Ähnlich ist es bei der Station Ingrow West, nur hier sind es Midland-Öllaternen. In Ingrow befindet sich auch das Museum für historische Reisezugwagen. Hier sieht man die herrlichsten Wagen aus der Zeit von 1890 bis etwa 1935, wunderbar aufgearbeitet. Besonders eindrucksvoll sind die Teakholzwagen sowie die Beschriftung der anderen Wagen. Leider ist aufgrund der beengten Platzverhältnisse das Fotografieren nicht so einfach.

 
 

Wagen der ehemaligen Great Central Railway

 
 

Ein Besuch im Wagenmuseum lohnt sich aber unbedingt! Im Museum befindet sich auch eine riesige Bibliothek mit Eisenbahnliteratur. Der Museumseintritt ist im Preis der Fahrkarte enthalten.

Die Linie ist wegen ihres originalen Zustandes in vielen Filmen und Fernsehsendungen zu sehen gewesen. Am bekanntesten (in Großbritannien) ist die Fernsehserie der BBC "The Railway Children" aus dem Jahre 1967, die an der Strecke spielte, weiter war sie in verschiedenen Sherlock-Holmes-Filmen zu sehen, aber auch Szenen zu Pink Floyds "The Wall" wurden hier gedreht.

 
 

Lok Nr. 85 der KWVR

 
 

Die obige Lok wurde im Jahre 1899 von der Firma Neilson Reid & Co in Glasgow für die Taff Vale Railway in Südwales gebaut. Nachdem diese Bahngesellschaft von der Great Western Railway gekauft wurde, trennten sie sich von allen Splitterbauarten und so kam sie zu einer Kohlenmine nach Sunderland. Dort fuhr sie bis 1960 und gelangte von dort zur Keighley & Worth Valley Railway.

Sie entspricht in ihrem Aussehen der typischen englischen Nebenbahnlok dieser Zeit.

Die KWVR besitzt etwa 30 Lokomotiven, davon sind fünf Dampfloks zur Zeit im Einsatz, so zum Beispiel eine Ivatt Tank , eine BR Standard Class 4 und eine "Jinty", die Nebenbahnlok der nördlichen Hemisphäre schlechthin. Dazu kommt noch Dieselloks und Triebwagen wie das oben gezeigte "bubble car" (Blasen-Auto" sowie einige derzeit nicht betriebsfähige Nebenbahn- und Industriedampfloks.

Die Fahrpläne und weitere Infos findet man unter www.kwvr.co.uk

Alles in allem eine sehr schöne Bahn, klein aber sehr fein , immer einen Besuch wert !