Tanfield Railway
   
-Tanfield Railway-  
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Tanfield Railway
"Die älteste existierende Eisenbahn der Welt"

Etwa 20 Kilometer westlich von Newcastle, im äußersten Norden von England, befindet sich die 4,8 km lange Tanfield Railway. Sie schmückt sich mit dem Namen "The oldest existing railway in the world".

Die Wurzeln gehen bis in die Zeit um 1720 zurück. In dieser an Steinkohle reichen Gegend gab es viele Bergwerke. Um die Kohle einfacher zum Fluß River Tyne zu bringen, errichtete ein gewisser George Bowes ab 1725 eine mit Pferden betriebene Eisenbahn, damals noch "waggonway" (Wagenweg) genannt. Um das Tal bei Causey zu überschienen, wurde im gleichen Jahr eine 32 Meter lange und 25 Meter hohe Steinbogenbrücke errichtet. Die Brücke war zur Zeit des Baus und für die nächsten dreißig Jahre die größte ihrer Art auf den britischen Inseln. Sie steht heute noch gleich neben der heutigen Museumsstrecke und ist damit die älteste Eisenbahnbrücke der Welt. Mit der Zeit wurde das Netz immer größer, die "Tanfield Waggonways" waren im 18.Jahrhundert das größte System in Großbritannien. Die heutige Museumsbahn nutzt einen Teil dieses Netzes.

Kreuzung bei Marley Hill

Ab 1842 begann die Umstellung auf (Dampf-) Lokomotivbetrieb.Es folgten Streckenerweiterungen und der Anschluß an das nationale Schienennetz. Die Kohleminen wurden nach dem 2.Weltkrieg verstaatlicht und das NCB "National Coal Board" übernahm die Eisenbahn. Mit dem Niedergang des Bergbaus kam die Schließung der Minen, Kokereien und der Strecke im Jahr 1970. Örtliche Enthusiasten begannen im folgenden Jahr eine Museumsbahn im Stil einer typischen Kohlenzechenbahn aufzubauen. Die Loks stammen aus der Kohlenindustrie und sind fast alles B- und C-gekuppelte Tenderloks.

Lok No. 6 der Renishaw Mine

An einigen Wochenenden fahren komplette Kohlezüge mit dem typischen Bremserwagen am Schluß. Die unten abgebildete Lok No.49 wurde im Jahre 1943 von Robert Stephenson & Hawthorns of Newcastle hergestellt und kam im Jahre 1959 zum NCB in Backworth Colliery. Sie ist nach den Normen des Kriegministeriums "WD" (war department) gebaut worden. Im Krieg wurden als Folge der Rohstoffknappheit die Loks als Bauart "austerity" (vereinfacht) entworfen. Diese Loks waren bei unzähligen Industriebahnen in Großbritannien anzutreffen und sind heute auch noch noch größerer Stückzahl bei verschiedenen Museumsbahnen vorhanden. Charakteristisch ist die Farbgebung und das Innentriebwerk, eine echt britische Eigenart.

Lok No.49 des NCB

Als Lokschuppen konnten Gebäude der ehemalige Kokerei in Marley Hill verwendet werden, hier befindet sich auch die umfangreiche Fahrzeugsammlung, bestehend aus etwa 30 Loks (meistens Dampf), 9 Personenwagen sowie ca. 60 Güterwagen. Die Minen kauften damals für den Werkspersonenverkehr meistens Personenwagen aus zweiter Hand, so findet man heute eine komplette Garnitur von zwei- bis dreiachsigen Wagen aus der Zeit von 1878 bis 1950, was recht selten bei englischen Museumsbahnen ist. Diese Wagen werden daher gern für Filmaufnahmen verwendet.

Bahnhof Andrews House mit viktorianischen Personenzug

Da nur wenig Infrastruktur nach der Schließung der Strecke vorhanden war, wurden einige Gebäude komplett neu errichtet. Der Station Andrew House wurde im komplett neu errichtet. Der Wasserturm stammt aus Penshaw. Vom Stellwerk an der Kreuzung Marley Hill standen nur noch die Fundamente, auch hier kompletter Neubau. Hier war früher eine fast rechtwinklige Kreuzung der Bergwerksbahn von Marley Hill und der Tanfield-Branch (Zweiglinie) der North  Eastern Railway.

Lok No.6 am Wasserturm

Der Betrieb findet das ganze Jahr über mindestens an jedem Sonntag statt. Die Fahzeugsammlung kann täglich besichtigt werden. Im Sommer und in den Schulferien fahren zusätzlich Züge mittwochs und am Donnerstag. Und im Dezember vor Weihnachten fahren wie bei allen britischen Museumsbahnen die "Santa Claus Specials" an jedem Wochenende.

Lok No49 des National Coal Board NCB in Sunniside

Der Bahnhof Sunniside ist der nördliche Endpunkt der Bahn. Hier ist nur ein Umfahrgleis, und die Weichenhebel sind direkt auf dem Bahnsteig. Hier hat man sonntags Anschluß an das öffentliche Busnetz , ansonsten ist die Bahn am besten mit dem Pkw zu erreichen. Man orientiert sich in Richtung Tanfield oder Stanley, der Weg zur Bahn ist sehr gut ausgeschildert. Der erste Zug fährt zur Sommerzeit um 11 Uhr, im Winter eine halbe Stunde später. Der komplette Fahrplan und alle weiteren Informationen befinden sich auf www.tanfield-railway.co.uk